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Geschichte


Durch archäologische Funde ist belegt, dass dieses Gebiet rechts und links des Flüsschens Welse schon vor der Zeitrechnung besiedelt war. Mit dem Einzug der deutschen Kolonisten im 12. Jh. wurde an einem alten Handelsweg zwischen Mürow und Schönermark der Ort, der heute den Namen Frauenhagen trägt, angelegt. Die Straßendorfform und der Ortsname der neuen Siedlung längs der Niederung der Alten Welse bestätigen die Ortsgründung durch deutsche Siedler.

In der ersten Hälfte des 13. Jh. wurde die Feldsteinkirche erbaut. Dieses Ereignis ist mit einer Urkunde auf einer Steintafel belegt. Sie enthält jedoch kein Datum. Auf Grund des Baustils, der Steinbearbeitung und der Ausführung wird von Fachleuten ein Baujahr zwischen 1220 und 1230 angenommen.

1354 wurde der Ort Frauenhagen unter " Vruenhagen " erstmals erwähnt.
1375 wurde links der Welse eine Siedlung mit Namen Kuhweide in den Dokumenten genannt. Es wird berichtet, dass dieser Ort schon im Jahr 1577 eine eigene Kirche u. zwei Mühlen besaß. Der Untergang dieses Dorfes wurde vermutlich mit dem 30jährigen Krieg von 1618 - 1648 eingeleitet. Seuchen, Pest und Verwüstungen zerstörten diesen Siedlungsraum und hinterließen ein kleines Vorwerk, das weiter verfiel. Die Reste der Gebäude fielen 1891 der Spitzhacke zum Opfer. Die heutige Breitenteicher Mühle und die Ziethen - Mühle befinden sich im Siedlungsraum des untergegangenen Dorfes Kuhweide.
Um 1600 wird in Frauenhagen von einem Müller, einem Schmied und einem Pachtschäfer berichtet.
Auf dem Kirchhof entsteht 1715 ein Kirchenanbau als Erbbegräbnisstätte. Von den verschiedenen historischen Aussagen ist am wahrscheinlichsten, dass Joachim Friedrich von Greiffenberg der Bauherr war. Er war bis 1743 der letzte Eigentümer des Adelsgeschlechts derer von Greiffenberg in Frauenhagen. Dieser Ort ist bis 1914 die Erbbegräbnisstätte der gräflichen Familie von Hacke.
1733 kam Hans Christian Friedrich Graf von Hacke durch Erbschaft in den Besitz zahlreicher Güter und Ländereien, unter anderem auch 1743 von Frauenhagen und Kuhweide. In seiner militärischen Laufbahn machte er durch seinen Ehrgeiz, sein Können und seine Treue im Dienst der Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. eine einzigartige Karriere. Als Generalmajor wurde er 1749 Stadtkommandant von Berlin und mit dem Bau der Spandauer Vorstadt betraut, wo er auch den nach ihm benannten Markt (Hackeschen Mark) anlegte. Heute ist der Hackesche Mark mit den Hackeschen Höfen ein beliebtes Zentrum in der Mitte Berlins. 1754, im Alter von 54 Jahren, starb der Graf in Berlin und wurde nach der Trauerfeier in der Berliner Garnisonskirche in das Erbbegräbnis nach Frauenhagen überführt. Das ist durch Eintragung in das Sterberegister der Kirchengemeinde Frauenhagen belegt.
1845 wurde erstmals ein Lehrer im Ort erwähnt, der Küster und Lehrer Heinrich Langhans. 1869 folgte ein Herr Dunker, sie unterrichteten in einer einklassigen Schule
(1. bis 8. Schuljahr). Erst Ende der zwanziger Jahre des 20. Jh. entstand auf Grund höherer Kinderzahl durch einen Erweiterungsbau eine zweiklassige Schule, der Lehrer war ein Herr Karl Dichte.
1866 wurde Prof. Dr. phil. Emil Sieg als Sohn des Besitzers der Breitenteicher Mühle in Frauenhagen geboren. Er ging im Ort zur Schule, studierte in Berlin, Tübingen und München indogermanische Sprachwissenschaft. Promovierte 1891 in Berlin zum Dr. phil. Er starb am 23.01.1951 im Alter von 85 Jahren in Göttingen.

 

 

 

 

 

In der Zeit von 1800 bis 1900 wechselten ständig die Besitzverhältnisse unter den Gutsbesitzern.
Die Entwicklung des Ortes schritt weiter voran:
Handwerk und Gewerbe breitete sich aus. Viele Vereine wurden gegründet, der Wohlstand der Bauern wuchs.
Als Reaktion auf den Blitzschlag in die Kirche im Jahr 1913, bei dem sie bis auf die Grundmauern abbrannte, wurde im gleichen Jahr eine Feuerwehr im Ort gegründet.
1916 Einweihung der wiedererbauten Kirche - "Trotz der Ungunst der Zeit war es der vereinten Arbeit des Patronats und der Kirchengemeinde gelungen, den … Bau zur schönster Vollendung zu führen." - schrieb die Angermünder Zeitung vom 7. April 1916
1918 Ende des I. Weltkrieges beklagt Frauenhagen 23 Opfer.
Als Folge des Krieges bekamen 1923 Neusiedler aus dem Osten in Frauenhagen eine Möglichkeit, sich ein neues Zuhause zu schaffen. Sie erhielte 541 ha Land und förderten maßgeblich die Entwicklung des Dorfes.
1928 wurde zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges ein Kriegerdenkmal errichtet.
1933 entdeckte man in der Gemarkung Frauenhagen ein Urnenfeld aus der jungen Bronzezeit.

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